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Machtspieler – Fußball in Propaganda, Krieg und Revolution

Mit Fußball zu globaler Reichweite: Diktatoren im Nahen Osten bringen Spieler brutal auf Linie und nutzen Stadien als Militärbasen. Vereinsinvestoren aus China, Russland und den Golfstaaten sichern ihren Regierungen wirtschaftlichen Einfluss in Europa. Ob einst in Jugoslawien, später in der Ukraine und in der arabischen Welt: Ultras kämpfen in Revolutionen an vorderster Front – und ziehen sogar in den Krieg. Der Journalist Ronny Blaschke hat auf vier Kontinenten recherchiert. Durch das Vergrößerungsglas Fußball blickt er auf Geschichte, Kultur und Religion. Das beliebteste Spiel zwischen Propaganda und Protest.

Inhalt

Angreifer für die Abspaltung

In einigen Regionen Spaniens dient der Fußball als emotionale Kulisse für das Streben nach Unabhängigkeit

Scharfschützen hinter der Tribüne

Auf dem Balkan zogen Hooligans in den Krieg, noch heute entladen sich ethnische Konflikte in den Fankurven

Offensive im Verborgenen

Wladimir Putin nutzt den Fußball für den russischen Sicherheitsapparat, immer weniger Aktivisten können dagegenhalten

Fansticker in der Waffenkammer

Ultras verbündeten sich in der Ukraine gegen das alte Regime, nun unterstützen sie ihre Vereine aus dem Exil heraus

Hattrick für den Sultan der Neuzeit

Der türkische Präsident Erdoğan stärkt durch Fußball seine Allianz aus Staat, Wirtschaft und Religion – für Protest ist kaum Platz

Getarnter Hass

In Israel und Palästina ist der Fußball eine öffentlichkeitswirksame Plattform – für Feindseligkeit, aber auch für Annäherung

Spielfeld der Autokraten

Beim Arabischen Frühling spielten Ultras eine wichtige Rolle, seither werden sie in Ägypten mit tödlicher Gewalt unterdrückt

Tod und Spiele

In den Kriegsgebieten des Nahen Osten bringen Diktatoren Spieler brutal auf Linie und nutzen Stadien als Militärbasen

90 Minuten Flucht

Im Iran überstimmt der erzkonservative Klerus oft die Politik – der Fußball wird zum Sprachrohr der Reformer

Megafon für Streit

Reiche Golfstaaten wie Katar rüsten sich für eine Zukunft ohne Öl, die umkämpfte Ware Fußball vertieft regionale Spannungen

Des Kaisers neue Spiele

Die Kommunistische Partei Chinas etabliert Fußball als Schaufenster ihrer globalen Expansion – die Bundesliga will profitieren

Ein Teamfoto als Lebensversicherung

In Ruanda ist Fußball auch ein Mittel zur Rekrutierung: im Bürgerkrieg, während des Völkermordes – und nun in der Entwicklungshilfe

Mord und Torschrei Argentinien hat die lebendigste Zivilgesellschaft Lateinamerikas, doch Fußball spielt beim Gedenken an die Militärdiktatur kaum eine Rolle