Seit Jahren diskutieren Polizisten, Politiker und Funktionäre, ob der Fußball für die Sicherheitskosten der Beamten zahlen soll. Zu hoch seien die Anforderungen inzwischen, heißt es, die Polizei stoße an ihre Kapazitätsgrenze. Diese Debatte, die vor allem durch die Deutsche Polizeigewerkschaft befeuert wird, führt zu der Leitfrage: Darf Sicherheit käuflich sein? Der DFB verweist auf seine Steuerabgaben in Millionenhöhe. Eine einvernehmliche Lösung ist nicht ins Sicht.
Während in Deutschland vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 eine ungekannte Sicherheitshysterie entbrannte, blicken Österreich und die Schweiz vergleichsweise gelassen auf ihre Europameisterschaft im Juni. Ihr Konzept basiert auf vielen Erkenntnissen der vergangenen Turniere. Statt mit drakonischen Strafen und Kontrollen zu drohen, planen die Organisationen eine groß angelegte Charmeoffensive mit internationalen Fanbotschaften und vielen öffentlichen Plätzen für das Massenphänomen Public Viewing. Doch frei von Problemen sind die Planungen nicht, wie dieser EM-Ausblick vierzig Tage vor dem Anpfiff zu erklären versucht…
Mit der Androhung, den Fans von Dynamo Dresden aus Sicherheitsgründen den Zugang zum Auswärtsspiel gegen den 1. FC Union zu verweigern, hat die Berliner Polizei Geschichte geschrieben. Bislang ist keiner deutschen Fangruppe im Profifußball ein Besuch untersagt worden. Nach heftigen Diskussionen und Kritik aus Verbands- und Vereinskreisen hat die Polizei ihre Drohung am Mittwoch zurückgenommen. Dennoch illustriert die Debatte wieder einmal die reflexhafte und hilflose Haltung in der Aufarbeitung von Fangewalt. Wieder wird nur über schärfere Kontrollen gesprochen, die Nachhaltigkeit kommt dabei abermals zu kurz…

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